Freitag der 8.07.2011 - 7 Uhr Ortszeit: ENDLICH hatte ich es geschafft.
Die Über-30-Stunden-Tortur hatte ein Ende - Ich hatte das andere Ende der Welt erreicht. 
Mein ganz persönliches After-Abi-Abenteuer kann beginnen :)

Schon auf der Reise, zumindest auf dem letzten Flug von LA nach Nadi
(gesprochen "Nandi" B) - ich klugscheißer gerne :D ) habe ich gemerkt, dass mich in Fiji 
etwas ganz Anderes und Fremdes erwarten würde. Die Stewardessen trugen alle Gewänder
anstatt Uniform und die meisten von ihnen hatten eine Blume im Haar.
Außerdem tänzelten sie singend durch die Gänge und als ich in Nadi ausstieg begrüßte jeder
(und damit meine ich JEDER) mich mit einem freundlichen "Bula" (=Hallo).

Zu meinem Glück war mein Koffer auch mit mir in der Südsee angekommen,
was anscheinend nicht all zu gewöhnlich ist. Am Flughafen erwartete mich dann Oripa,
die Leiterin von "Projects Abroad Fiji" (meine Organisation).
Wie sich erst auf dem nach Heimweg herausstellte, ist sie auch meine Gastmutter -
was sich als sehr praktisch erweist, da sie organisatorisch den totalen Durchblick hat.

In meinem neuen Zuhause angekommen– was ihr auf dem Bild unten bewundern könnt
– staunte ich nicht schlecht als ich mein Zimmer und das dazu gehörige Haus sah.
Es ist viel luxuriöser als ich es mir je erträumt hätte – TOP :!:
Die Dusche tropft zwar die ganze Zeit, das Waschbecken lässt auch ein bisschen zu
Wünschen übrig und wir haben nur a****kaltes Wasser
(stellt euch einfach untern Gartenschlauch und fühlt mit mir :P)
..aber da musst durch als Lurch, vor allem wenn du ein Frosch werden willst :P ge Bene-Boy?
(Ich vermiss euch jetzt schon ihr Fische :D)
Aber ich fühlte mich auf anhieb total wohl!

... Ach und wenn ich es noch nicht erwähnt habe, es hat ca. 30° und die Sonne strahlt
vom wolkenlosen Himmel - Hat was, meint ihr nicht ?! ;)

Aber nun zu meiner Gastfamilie: Ich wohne bei Oripa (der Organisatorin), ihrem Mann Mathew,
deren Tochter Domenique (9 Jahre und das süßeste Mädchen ever).
Dazu kommt dann noch Oripas Schwester (deren Namen ich mir immer noch nicht merken kann
– es klingt zumindest wie Dinaululu :DD) und deren beiden Söhne, die, wenn ich nicht total beschränkt bin,
beide Jim heißen. Der eine ist ca. 20 und der andere ca. 7 Jahre alt.
Außerdem haben wir noch einen süßen Wachhund der morgens um 5 auch gerne mal zu bellen anfängt.

Aber nun wieder zurück zu besagtem Freitag, meinem Ankunftstag.
Nachdem ich in Ruhe meinen Koffer ausgepackt hatte und endlich mal wieder,
nach dem ganzen Flugzeugessen, normale Nahrung zwischen den Beißerchen hatte,
fuhr ich mit Oripa ins Office bekam eine kurze Einführung und dann eine Stadtführung durch Nadi.
Ich bekam einige wertvolle Tipps für das Leben hier in Fiji:

1.Achte immer auf den Straßenverkehr
– einerseits fahren die Fijianer wie die Irren und andererseits ist hier Linksverkehr
(dies will vor allem beim Überqueren der Straße berücksichtigt sein 88| )


2.Die Busse fahren ohne Timetable – Arm raus und sie halten an.
Die Busse haben keine Fenster und die Fahrer und ihre Fahrstile sind leicht lebensmüde ;) 
Das Highlight allerdings ist, dass in den Bussen ganz laut Musik läuft und zwar die modernen Charts
gemixt mit Fiji-Musik, das ist richtig witzig :)I LOVE it :)
Wenn du aus dem Bus austeigen willst musst du entweder an einer Leine ziehen,
an deren Ende ein Glöckchen hängt oder du musst gegen die Wand klopfen, dann hält der Bus an
und du kannst aussteigen. --> Sorry aber da kann Spillmann nicht mithalten ;)

3.Taxis sind günstige Fortbewegungsmittel aber die Taxifahrer versuchen die Touristen
(und als Weißer bist du hier unabstreitbar Tourist) übers Ohr zu hauen
– deshalb niemals ohne Taxameter fahren.

4.Zahl nie den angegebenen Preis – Handle IMMER :!:

5.Drück was die Hygiene betrifft BEIDE Augen zu & bete einfach,
dass dein Körper und dein Immunsystem das alles mitmacht, sonst verzweifelst du hier :roll:

6.Achte nicht auf Essmanieren – Fijianer tuen es auch nicht!
Wer mich und meine „Schmatzphobie“ kennt, weiß, dass das wohl meine persönliche Challenge ist. 
Entweder sie essen mit den Händen oder/und nehmen einfach gleich den Mund zum Teller
– ist doch viel einfacher, meint ihr nicht? :D

7.Der letzte und wohl wichtigste aber auch kulturell wahrscheinlich der schönste Punkt:

                                                      Don’t worry it’s Fiji-Time :DD

Die Fijianer scheinen glückliche, stresslose, mit sich selbst zufriedene, ihr Land verehrende,
gläubige und nicht auf die Uhr schauende Menschen zu sein.
Ich finde ihre großen dunklen Augen funkeln vor Lebensfreude und genau diese Freude wollen sie
selbstlos mit all ihren Gästen teilen. Ich bin kaum 4 Tage hier und ich bewundere diese Menschen für
ihren Lebensstil, es ist wundervoll!
Vor allem uns deutschen Volunteers ist aufgefallen, dass „deutsche Pünktlichkeit“
und die „deutsche Zuverlässigkeit“, die wir an unserer Kultur so schätzen, hier nicht zählen.
Läuft was anders als geplant – Keep cool, don’t worry – it’s Fiji-Time <3

Mit diesen Regeln im Gepäck beginnt nun mein 2-monatiges Abenteuer auf Fiji. :):):)

Am Samstag kam dann auch gleich meine neue Mitbewohnerin an.
Sie heißt Nathalie ist 19 und hat auch gerade Abi gemacht. Sie kommt aus Düsseldorf und wir
verstehen uns sehr gut und es ist einfach schön dieses fremde Land, die fremde Kultur und all die
schönen Dinge gemeinsam erkunden zu können.
Ab Montag geht die Arbeit in der Namaka Public School los, wo ich als Assistant-Teacher tätig sein werde.

Ich freu mich auf die nächsten Wochen und hoffe, dass es euch da oben, auf der anderen Seite der Erde, 
auch gut geht?! Ich denke an euch und freu mich über jede E-mail :)

Alles Liebe vom anderen Ende der Welt, eure Steffi