Steffi goes Fiji

- Juli & August 2011 -


 

Die erste Woche auf Fiji:

Ich glaube ich habe das Paradies gefunden ...

 

Schwub-die-Wup und da war meine erste Woche auf Fiji auch schon vorbei. Wo fang ich bloß an zu erzählen?! Was ich vormittags so treibe könnt ihr ja in der Kategorie „Namaka Publik School“ lesen und sehen. Mein Schultag endet entweder schon um 13 Uhr oder manchmal erst um 15 Uhr. Von daher bleibt mir immer noch viel Zeit um etwas zu unternehmen  und die Insel und das Wetter zu genießen.  Meine Sorge (von vor Beginn der Reise) keinen Anschluss zu finden, stellte sich als komplett überflüssig heraus. Ich hab ganz schnell ganz viele andere Volunteers verschiedener Nationen kennen gelernt und wir machten uns am Mittwoch zusammen auf nach Latoka. Eine Stadt so circa. 45 Minuten mit dem Bus von Nadi entfernt. Dort fand das Rugby-Länderspiel Japan gegen Fiji statt, dass „unsere“ Mannschaft trotz unserer lautstarker Unterstützung leider verloren hat und somit aus dem „Pasific Cup 2011“ ausgeschieden ist. Ich versteh zwar leider überhaupt nichts von Rugby, aber es war trotzdem total lustig (obwohl ich die Sportart immer noch echt komisch finde :D). Außerdem war es die perfekte Gelegenheit die anderen Volunteers so ein bisschen „zu beschnuppern“.

Als wir dann so auf der Tribüne saßen, wunderten wir uns schon warum die Menschen um uns rum alle das gleiche rote Trikot tragen, alle männlich sind und alle extrem groß und breit gebaut sind. Als wir mit den jungen Männern (die doppelt so groß und breit waren wie ich ;)) ins Gespräch kamen und mit unserem Fachwissen über Rugby nicht gerade punkten konnten, erzählten sie uns, dass sie die Nationalmannschaft aus Toga sind :D (dies erklärt die einheitlichen Trikots & ihren typischen Körperbau) – oupss blamiert ;).

Zumindest hatten wir jetzt Profis zur Seite, die uns die grundlegenden Regeln von Rugby erklärten. Also wenn ihr Fragen habt – ich hab jetzt den absoluten Durchblick :P

 

Abends gings dann zum ersten „Social“, so nennt sich das wöchentliche Treffen bei dem alle Volunteers von Projects Abroad zusammen Essen gehen. Hier lernte man ganz schnell noch mehr Freiwillige kennen und wir konnten zB. schonmal die Pläne fürs Wochenende austauschen.

Internationaler Mix: :
v.l.n.r.: England-USA-Japan-Finnland-USA-Deutschland-Australien-Deutschland (Ich) - Kanada - Deutschland (Nathalie)

 

Am Donnerstag gings direkt nach der Schule hier an Strand, wo wir den ganzen Nachmittag gechillt, die Sonne genossen und es uns gut gehen haben lassen. 

 

Als Nathalie und Ich völlig erschöpft vom Nichtstun nach Hause kamen, erwartete uns unsere Gastfamilie mit einer Einladung zu einer traditionellen Familienfeier. Unsere Gastmutter kommt ursprünglich nämlich aus einem kleinen Dorf auf einer Insel vor Livi Vetu. Die Einwohner dieses Dorfes sind für das jährliche Familientreffen nach Nadi gekommen.

Kurz umziehen und los ging’s:
Dort angekommen (es war ein ein-Raum-Haus komplett ohne Einrichtung und der Boden war ausgelegt mit Bastteppichen) setzten wir uns mit unserer Gastfamilie auf den Boden und warteten ab was passieren wird. Alle waren barfuß und die Frauen waren in ihre traditionellen bunten Gewänder gekleidet, während die Männer in bunten Hemden und teilweise in Rock (was hier oft üblich ist) gekleidet waren.

 

 

Die „wichtigen“ Männer des Dorfes bereiteten dann den traditionellen Kava vor. Dabei handelte es sich um die Wurzel einer hier wachsenden Pflanze, die erst getrocknet und dann zu einem ganz feinen Pulver gestampft wird. Dieses Pulver wird mit Wasser gemischt und es entsteht eine „Brühe“ (anders kann man es nicht nennen) die beige-braun ist und einfach aussieht wie verschmutzes Wasser. In großen Mengen wirkt es narkotisierend, aber die „normale“ Dosis ist laut allen (so hat es uns auch unsere Organisation mitgeteilt) nicht ungesund oder schädlich und wir können es sorglos trinken. Da wir ja hier sind um die Kultur kennen zu lernen taten wir das auch. Ein Mann schöpft mit einer halben Kokusnussschale Kava aus der Holzschüssle und bringt es zu jedem Einzelnen. Natürlich zu jedem den selben Becher und NEIN er wird nicht ausgewaschen :P. Wenn man es gereicht bekommt und dann muss man es in einem Zug trinken :D – mir ist eh die halbe Brühe über den Schoss getropft, aber es schmeckt jetzt eh nicht so gut, dass ich mich darüber geärgert hätte :D

 

Also man kann es gut trinken, aber es ist keine Gaumenfreude :P Richtig unheimlich ist nur, dass direkt danach deine Zunge „taub“ wird – genauso wie eine örtliche Betäubung beim Zahnarzt :D ...wer weiß was das für Zeug ist...

Nathalie und Ich haben nach der ersten Runde jede weitere Runde abgelehnt, aber die Fijianer bechern das als ob es kein Morgen gäbe. Wobei ich finde, dass es die Leute ab dem 10.ten Becher etwas „belämmert“ macht – zumindest hatten diese Menschen dann echt einen leicht verplanten Blick drauf.

Nach der Kava-Zeremonie, die begleitet von traditionellen Sprechgesängen und Ansprachen war, begangen einige Frauen einen traditionellen Tanz. Sie trugen besondere Gewänder und wedelten mit rosa Federn :D in den Händen zum Takt der Trommel-Musik, die einige Männer trommelten. Dazu wurde wieder gesungen. Um den Frauen und Männern den Dank der Zuhörer zu verdeutlichen, wurde Ihnen von einer älteren Frau eine Art Mehl auf die Haare geschüttet. Wobei das ganze eher in einer Art Mehl-Schlacht endete :D Eine zweite Art „Danke“ zu sagen war, dass den tanzenden Frauen Ketten und eine Art Lametta (!) umgehängt wurde.
Ich saß da und wusste gar nicht wo ich zuerst hinschauen oder –hören sollte. Es war total faszinierend so etwas mitzuerleben, weil ich mir nie und nimmer hätte vorstellen können, dass erwachsene Menschen sich so verhalten (das soll jetzt bitte nicht abwertend klingen – aber es war schon ein komischer Anblick wenn erwachsene Frauen mit rosa Palmwedeln in der Hand zu Trommelmusik tanzen und andere Frauen ihnen Lametta umhängen und sie sich gegenseitig Mehl über den Kopf kippen :D Nicht zuvergessen der Kava, der die ganze Zeit getrunken wurde).

Aber ganz nach dem Motto „Mittendrin - nicht nur dabei“ durften Nathalie und Ich zusammen mit unserer Gastmutter und anderen Frauen Tücher um die singenden und tanzenden Inselbewohner legen. Es war total witzig und mal wieder typisch Fiji, dass wir als „Gäste“ sofort integriert wurden – das liebe ich an diesen Menschen hier.

 

Nach der Tanzeinlage wurde dann quer durch den Raum ein Tuch auf den Boden gelegt und darauf wurde allerlei Essen gestellt-fragt mich bitte nicht was, ich weiß eh nicht wie es heißt. Ich kann nur sagen, dass es vorzüglich geschmeckt hat. An beide Seiten des Tuches konnten circa. 10 Leute auf dem Boden sitzen. Gegessen wurde in Gruppen (da auf jeden Fall über 70 Leute anwesend waren und ja nur circa 20 auf einmal Platz hatten) Typisch für Fiji: Hier machte sich keiner Sorgen, dass er zu kurz kommt und es war auch keiner zu ungeduldig à Fiji Time eben!

Nathalie & Ich durften als Gäste in der ersten Gruppe mit essen und es war alles sooooooo lecker. Danach hättet ihr mich nach Hause rollen können! :D Gegessen wurde natürlich mit den Händen – solangsam hatte ich mich ja daran gewöhnt ;)

Ich glaube dieser Abend wird mir noch lange in Erinnerung bleiben – es war außergewöhnlich!

 

Und ZACK da war auch schon mein 2. Wochenende. Für Samstag hatten wir uns gleich mal viel vorgenommen. Zusammen mit Alexandra und Julia, 2 anderen Volunteers, gings ab ins fijianische Hinterland. Morgens um 5 wurden wir mit einem Shuttelbus abgeholt, der uns erstmal 3 Stunden landeinwärts brachte.

Von dort aus gings mit einem kleinen Bus-Shuttle die Berge hinauf – fragt mich bitte nicht, wie ein einfach Kleinbus diese Wege (Off-Road) meistert – es ist mir ein Rätsel. Die eineinhalb-stündige Fahrt wurde als sehr unruhig angekündigt und genau das traf es ziemlich gut. Eine Achterbahnfahrt ist auf Dauer nicht dagegen. Ich fand’s witzig und die tolle Landschaft, die sich mehr und mehr zu Regenwald wandelte entschädigte jeden Schlag und jeden Hüpfer. Unser erste Stopp war ein traditionelles Dorf in den Bergen, total abgeschnitten von der Außenwelt. Wir wurden sehr freundlich begrüßt und nach einer kleinen Dorf-Führung wurden wir dem „Chief“ also dem Häuptling des Dorfes vorgestellt. In einem solchen Dorf muss man den Häuptling immer etwas mitbringen – was bietet sich denn da wohl an? Na? Kommt ihr drauf?

Ja natürlich kommt für Fijianer nur eins in Frage: KAVA :D

 

Dieser wurde zubereitet und die zweite Kava-Zeremonie in meinem Leben stand mir bevor. Jedoch lief es hier nach anderen Regeln (mir wurde erklärt, dass die Art wie man Kava trinkt, von Dorf zu Dorf verschieden ist – es ist also wie eine Art „Dialekt“ bei uns) Hier musste wir einmal klatschen dann die Schale mit beiden Händen entgegen nehmen, dem Häuptling ein freundliches „Bula“ zurufen und dann ebenfalls auf einen Schluck leer trinken. Wenn die Schale leer war musste man „Maca“ (=leer) sagen. 

Der Häuptling:

 

Dann hatten wir noch circa 1 Stunde Gesprächs-Runde mit dem „Chief“ und dann gings ab zum Luva-River. Ein Fluss, auf dem wir die nächsten 3 bis 4 Stunden Kayak fahren würden. Nach einer kurzen Einführung ging’s auch schon los und nach einigen Anfangsschwierigkeiten hat es einfach nur noch Spaß gemacht UND ich bin nicht ins Wasser gefallen ;)

 

Wir machten einige Zwischenstopps, unter anderem an einem richtig hohen Wasserfall, wo wir dann baden gingen. Es war ein einmaliges Erlebnis!!! Wahnsinn... 

 

Aber das war noch nicht genug für den Tag ;) Denn am Abend als ich todmüde nach Hause kam – stand das sogenannte „Bula-Festival“ auf dem Programm. 

Nathalie, Domenique, Jim & Ich

 

Bei diesem Fest handelt es sich um eine Art Pferdemarkt ohne Bierzelt und Pferde ;) ... eine Kirmes mit Shows und Events also. Am Samstag war die Eröffnung und wir gingen mit unserem Gastpapa, Domenique und Jim hin. Ich habe mir davor geschworen dort nichts zu fahren, weil ich den Fahrgeschäften echt nicht traue. Doch Domenique zeigte auf ein sich langsam drehendes Riesenrad und fragte mich ob ich mit ihr mitkommen würde. Dem süßen Mädel konnte ich diesen Wunsch nicht abschlagen und sagte „ja“ mit dem Gedanken, dass das Riesenrad ja nur sehr langsam fährt. FALSCH GEDACHT :D ..vielleicht hätte ich mir davor mal eine Runde anschauen sollen :D ...

Als wir drin saßen wurde es immer und immer schneller und die einzelnen „Sessel“ wackelten und quietschen mehr und mehr – ich hatte so Angst, ey ihr glaubt das nicht. Dann hat es ganze angefangen hin und her zu schaukeln und ich war einfach nur froh als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte :D ..ab da hatte ich mir geschworen auf Fiji nicht einmal mehr in ein Kinderkarussell zu steigen :D

Sonntags war dann Strand-Tag angesagt. Wir fuhren zu 9. zum Natadola-Beach so circa 40 min von Nadi entfernt. Die Anreise war mal wieder ein Abenteuer für sich, denn als wir aus dem Reisebus an der Hauptstraße aussteigen mussten, stiegen wir auf die Ladefläche eines Pick-Ups um, der uns dann voll zum Strand bringen sollte. Holla die Waldfee – das war vielleicht ein Höllentrip auf dieser Ladefläche. Wenn ich es mit dem Adjektiv „windig“ beschreiben würde, wäre es total untertrieben. Man muss sich richtig festhalten und ich glaub den total kranken Fahrstil der Fijianer hatte ich schon mal erwähnt ?! ... Sobald rechts oder links am Fahrbahn Rand eine Kuh oder ein Pferd steht wird einfach wie wild runtergebremst und wenn einer zu langsam fährt wird gnadenlos überholt. Das einzig positive hier ist, dass man generell nicht so schnell fahren kann :D – zu unserem Glück!!!

Julia & Ich auf der Fahrt :)

 

Diese Anfahrt wurde mit dem Anblick des Strandes aber sowas von entschuldigt – ich hatte noch nie so etwas Schönes gesehen! Weißer Sandstrand und hellblaues, klares, warmes Wasser. Direkt am Strand war auch direkt eine Hotelanlage, so konnten wir deren Liegen mit benutzen (es waren zum Glück echt wenig Touristen da) und wir  hatten perfekten Meerblick....TRAUMHAFT

 

Abends stand die 2. Runde Bula-Festival an, aber diesmal mit anderen Freiwilligen und diesmal OHNE eine Höllenfahrt auf dem Riesenrad :D

Nathalie, Jacqueline, Andy, Fred,Marina & Ich

 

Nach dieser ersten Woche blicke ich erwartungsvoll in meine 2. Woche auf Fiji :)

Ich freu mich über die ganz vielen tollen E-Mails von euch und hoffe, dass es euch gut geht! Hier möchte ich dann auch noch ganz lieb meinen Opi grüßen, der wieder aus dem Krankenhaus draußen ist, worüber ich sehr froh bin! Ich wünsch dir alles Liebe und erhol dich gut :)

 

Ich denke ganz viel an euch und sende euch 100000 sonnige Grüße, damit ihr auch was von der tollen Sonne abbekommt :)

eure Steffi 

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