Steffi goes Fiji

- Juli & August 2011 -


 

Meine 2. Woche in Fiji:

 

Tempel, Kino & die Sanddünen – the Fiji-Way of Life

 

Wie bringe ich jemandem dividieren bei? Wie erklär ich auf Englisch was ein Verb ist? Was ist die Sonne?  Wie übe ich am Besten Lesen mit den Kindern?

Diese und noch viel mehr Fragen beschäftigen mich diese Woche hauptsächlich. Ich unterrichte mittlerweile größtenteils völlig selbstständig und bin oft auch für ein 2 bis 3 Stunden alleine mit der Klasse. Die Stoffvermittlung auf Englisch ist hierbei aber der einfachere Teil meiner Aufgabe. Die größere Challenge ist es, die Kinder einerseits bei Laune zu halten, andererseits sollte ja auch eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre herrschen – gar nicht so einfach. Anfangs war ich mit meinem Latein (..oder vielleicht wohl eher mit meinem Englisch ;) ) recht schnell am Ende aber mittlerweile hab ich mir so den ein oder anderen Trick angeeignet und es funktioniert ganz gut. Das größte Problem sind eigentlich nur noch die Kinder, die fast gar kein Englisch verstehen. Weil wie willst du so jemandem erklären, dass er 16 durch 4 teilen soll oder das er die Fragen zum Text beantworten soll, wobei derjenige den englischen Text ja nicht mal lesen, geschweige dessen verstehen kann ... ?! 
Im normalen Unterricht habe ich größtenteils schon aufgeben (leider) diese Kinder genauso mitziehen zu können, weil sonst bleiben die anderen 25 (die ganz gut mit dem Englisch klar kommen) auf der Strecke. Dafür ist ja dann die „Englischförderstunde“ da – die macht mir sogar fast mehr Spaß als das normale Unterrichten, weil ich da individuell arbeiten kann und außerdem das Gefühl habe, dass es wirklich was bringt!
Wenn dann der Gong zur Pause klingelt, breche ich meistens in meinen Stuhl zusammen und dann ist erst mal Ende-Gelände :P ... ey, ohne Witz! Das ist sooo anstrengend :D Aber es macht Spaß und wird von Tag zu Tag einfacher :)

Mittags war diese Woche eigentlich immer der Strand das Ziel – entweder habe ich mich mit den anderen Volunteers direkt am Meer getroffen – aber an dem Strand direkt bei uns, wuseln leider echt einige Ameisen herum. Deswegen sind wir manchmal auch ein Stückchen weiter zu den Hotelanlagen gefahren und haben uns da „verbotenerweise“ eingeschlichen – bis jetzt hat sich keiner beschwert :P !
Also habe ich diese Woche meine Nachmittage abwechselnd auf der Anlage vom Hilton-Hotel  (Vicky, wenn das auf Mauritius auch so schön ist wie hier in Fiji dann beneide ich dich um deinen Arbeitsplatz fürs nächste halbe Jahr ;) ) und bei uns am Strand verbrach – so lässts sichs leben :D

 

am Hilton

unser "Social"

 

Am Mittwoch stand wieder unser „Social“ an. In der Bar, in der wie uns dieses Mal getroffen haben, war Karaoke-Night. Also nichts wie ab an die Mikros und dann haben wir erst mal „Mammamia“ performed :D – sooo schlecht war ich nicht :P
Aber der negtive Punkt des Abends, war das jemand versucht hat meinen Geldbeutel aus meiner Tasche zu klauen :( - die Tasche lag direkt bei uns auf dem Tisch, neben Nathalie. Sie hat dann auch gesehen wie ein Mann sich „unbemerkt“ bei uns an den Tisch gesetzt hat und meine Geldbeutel dann plötzlich in Händen hielt. ... Oh mein Gott hatte ich Glück! Sie hat ihn dann auf Englisch angesprochen – wobei wir festgestellt haben, dass auf Englisch schimpfen auch nicht so einfach ist ;) – dann kam die Security und ich hab meine Tasche mit vollständigem Inhalt zurückbekommen und der Mann wurde von der Security hinausbegleitet.
Es wären zwar nur 20 $ gewesen, weil mehr eh nicht im Geldbeutel war aber die Tatsache an sich schockte mich extrem! Aber wahrscheinlich war es ein „harmloser“ Warnschuss für mich, weil jetzt lass ich meine Tasche nicht mehr aus den Augen! Sonst wärs mir wahrscheinlich so gegangen wie 2 andern Freiwilligen hier – der einen wurde der Foto geklaut, der anderen das Handy ... das ist der Nachteil, weil wir hier so offensichtlich Touristen sind.
Die Abende verbrachten wir meist  mit einem Besuch auf dem Bulafestival. Donnerstag war hier „Fiji-Night“ – das heißt da wurden fijianische Tänze aufgeführt und so landestypische „Künste“ gezeigt. Freitags war dann in der Schule eine Art „Karneval“ – die Kinder konnten alle verkleidet kommen und dann wurden „Paraden“ aufgeführt. Einzelne Klassen haben Tänze und Lieder vorgetragen und ich hatte also einen sehr entspannten „Arbeitstag“. 

Die Schüler im Schulhof

ein Farmer mit echtem Huhn - diese Verkleidung gibts auch nur hier :P

"Miss Stephanie" ;)

 

Mittags war dann erstmal Lehrerkonferenz, die mit Gesang und gemeinsamen Beten eröffnet wurde. (Ihr merkt schon, das Singen spielt hier eine zentrale Rolle im Alltag der Fijianer) Thema der Konferenz war – jetzt haltet euch fest - „Keine Gewalt gegen Kinder“. Der Schulleiter hat dann einen Text vom Ministerium für Bildung vorgelesen, gefragt ob alle ihn verstanden haben, jeder Lehrer nickte und damit war das Thema beendet...das sich so nichts ändert ist kein Wunder.....

Danach ging es direkt in eine Art Abschiedsfeier über, weil ein Lehrer die Schule verlässt. Jeder der 29 Lehrer hat sich einzeln in einer Rede verabschiedet und danach gabs ein gemeinsames Essen – mir hats wie immer geschmeckt ;) Auch wenn ich gar nicht so viel Essen konnte wie mir angeboten wurde. Die Gastfreundschaft ging sogar soweit, dass mir die Teller mit immer noch mehr Essen darauf gebracht wurden, obwohl ich noch nicht mal aufgegessen hatte :D
Freitag abends war dann „Priscilla-Night“ auf dem BulaFestival angesagt, dabei handelte es sich um eine Art Transvestiten-Show. War echt total cool :D :D Die Stimmung war der hammer J  Danach sind einige von uns Volunteers noch in die Ice-Bar gegangen (eine Art Bar/Club) um mal zu schauen wie die Fijianer so feiern .. und joa es kann sich sehen lassen ;)

Für Samstag stand eigentlich der Besuch auf einer Inseln 45 min von Nadi an, aber da hatte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht L Bei bewölktem Himmel und leichtem Schauer wollten wir nämlich nicht extra auf die Insel fahren – aber „Don’t worry“ – dann gings eben ab zum Stadt-Sightseeing. Unser Ziel war Lautoka und nach der einstündigen Busfahrt schlenderten wir erst mal über den Markt, bestaunten die vielen Früchte und das Gemüse und ekelten uns vor dem herumliegenden Fisch ...so viel zur Hygiene hier :D 

 

Bewaffnet mit unserem Reiseführer haben wir dann „einen auf Kultur“ gemacht ;) und uns die örtliche Mosche und den Krishna Kaliya Tempel angeschaut – die religiöse Vielfalt hier ist echt der Wahnsinn und es war echt interessant.Nach einer kleinen Shoppingtour gings dann ab ins Kino J Oder glaubt ihr wirklich ich lass mir den neusten Harry Potter Film entgehen??? Natürlich nicht J Bezahlt für den Film in 3D habe ich umgerechnet 2,50 € - ein echtes Schnäppchen also ;)
So bin ich dann also 2 Stunden aus meiner fijianischen Welt in die Welt von Hogwarts abgetaucht. Der Film war ein Traum und ich bin total happy ihn hier gesehen zu haben – mit dem letzen Film ist das Kapitel „Harry Potter“, mit dem ich ja irgendwie echt aufgewachsen bin, also auch abgeschlossen ... einerseits total witzig anderseits auch bisschen traurig ;) ABER jetzt Schluss mit den Sentimentalitäten :D

Sonntags haben wir dann das „bewölkte Wetter“ perfekt ausgenutzt und haben die „kühleren Temperaturen“ (25°C :D) zum Wandern genutzt. Wir sind in einen Nationalpark gefahren um dort erstens zu wandern und zweitens uns von Moskitos halb tot stechen zu lassen :D – ich sah aus wie ein Streuselkuchen!! 

die Wandertruppe:

Leonie,Alexandra, Nathalie, Ich, Lianne, Julia & Jaqueline

 

Aber zurück zum Nationalpark:

 Erst gings ein Stück durch den „Regenwald“ dann gings die Sanddünen hoch :)  Oben angekommen bot sich uns ein traumhafter Ausblick über das Land, die Dörfer, den Strand und viele viele Sanddünen. Da hatte sich der anstrenge Aufsteig (in Flip Flops :P ) echt gelohnt – WAHNSINN :) Pause machten wir direkt am Meer und der Weg zurück ging dann direkt am Strand entlang. Baden konnten wir leider nicht, weil der Wellengang echt zu extrem war.
 

 

Nach der Rückfahrt machten wir eine Pause in der Stadt und gingen zu „Mamas Pizza“,wo ich zum ersten Mal seit 2 ½ Wochen mal wieder Nudeln gegessen hab – Yiammmi :)
Abends gingen wir zu „Smugglers Cove“, ein Bagpacker Hotel, wo wir unsere Woche bei Cocktails und einer Feuer-, Tanzshow ausklingen ließen.

Nach der beeindruckenden Show, wo wir selber tanztechnisch auch zum Zuge kamen ;) fiel ich abends todmüde ins Bett und wir werden sehen was diese Woche so auf mich zu kommt.

 

Alles Liebe, eure Steffi

Die 3. Woche auf Fiji

 Beachcomber Island - "Dort trifft sich die Jugend der Welt zum Feiern"

Woran bemerke ich eigentlich, dass ich mittlerweile kein wirklicher Tourist mehr bin, sondern dass ich hier lebe? 
Am meisten wohl daran, dass so langsam ein Stückchen Alltag hier einkehrt. Man hat sich an fast alles gewöhnt - die kalte Dusche, die Busfahrten, das Essen, sein Umfeld & auch die englische Sprache. Auch die Arbeit in der Schule wird von Tag zu Tag leichter und so langsam fühl ich mich wie eine halbe Fijianerin ;)

Diese Woche stand in der Schule eine Art "Lesetest" an, dass heißt jedes Kind musste einzeln zu mir an den Tisch kommen und mir laut vorlesen. Ich musste dann beurteilen wie die "Lese-Leistung" war und je nach dem dann Noten zwischen 1 und 3 verteilen. 1 ist das Schlechteste und 3 das Beste. Da das Niveau sehr unterschiedlich ist, blieb mir gar nichts anderes übrig, als auch des öfteren auch mal die Note 1 zu geben. Doch spätestens als das erste Kind daraufhin zu weinen begann, brach mir das irgendwann das Herz - aber da musste ich dann wohl durch. Denn einige Kinder konnten kein Wort der Geschichte vorlesen, während Andere mir den Text fließend vorlasen ... das ist hier halt sehr extrem.
Im Endeffekt haben die Kinder es mir ja auch nicht übel genommen, aber ich habe mich ehrlich gesagt sehr schlecht gefühlt und ab und an mal das ein oder andere Auge zugedrückt...zumindest solange es vertretbar war ;) 

Außerdem stand diese Woche noch eine kleine Abschiedsparty für 2 japanische Gastschüler an, die für zwei Wochen in die Klasse aufgenommen wurde um ihr Englisch zu verbessern.

(In Japan wird größtenteils kein Englisch unterrichtet, hab ich mir von den Eltern erklären lassen, und wenn es unterrichtet wird ist es sehr teuer, weil alle in diesen Kurs möchten. So ist es für die Eltern günstiger (!) ihre Kinder für einige Zeit nach Fiji zu schicken, um hier ihr Englisch zu verbessern, heftig oder?)

Auf jeden Fall haben die Kids an diesem Tag Kuchen, Getränke und traditionelle Blumengränze für die 2 Japaner mitgebracht. Es wurde gemeinsam gesungen, gebetet (natürlich) und gegessen. Das war für mich mal wieder Fiji-Pur und ich fand es eine wunderschöne Geste.

Die Volunteers von Projects Abroad

Ganz vorne links könnt ihr mich "erkennen" :)

Für unser Social am Mittwoch hatte sich Projects Abroad was Besonderes überlegt: Alle Volunteers waren auf eine Art "Kanu" fahren auf dem Meer eingeladen. Dabei handelte es sich um 6er Boote und insgesamt 3 Rennen ließen unseren sportlichen Ehrgeiz zum Leben erwecken. Fürs erste Rennen gründete ich mit 5 anderen deutschen Mädels das berüchtigte Team Germany :) Wer den deutschen Ehrgeiz kennt, wird sich jetzt nicht wundern dass wir natürlich gewonnen haben :) ...um den nächsten 2 Runden nicht die Spannung schon im Voraus zu nehmen, haben wir uns dann aufgeteilt ;) 

Erschöpft gingen wir danach dann ins "Farmers", wo ein lecker Schnitzel (!) mit Pommes auf mich wartete. Die wöchentlichen Socials sind einfach immer wieder toll, weil alle Volunteers zusammenkommen und man sich über die vergangene Woche bzw. Pläne fürs nächste Wochenende austauschen kann. Mein Plan fürs Wochenende stand da aber schon fest:

 

Beachcomber-Island

"Dort trifft sich die Jugend der Welt zum feiern" - das ist der Satz, mit dem die Insel im Reiseführer beschrieben wird. Jetzt muss ich halt schon wissen, ob das stimmt? Verständlich oder? :)

Samstag morgen gings mit dem Shuttle-Bus los Richtung Hafen. Dort stiegen wir (Nathalie, Kathrin & Ich) dann auf ein Schiff um, das uns dann zur 40 min entfernten Insel bringen sollte. Als die Insel am Horizont immer größer wurde, staunte ich nicht schlecht - es ist genau so wie auf den Bilder, Plakaten und Postern. "Willkommen in der Südsee"

Mit kleineren Booten wurden wir dann direkt ans Land gebracht und dort wurden wir schon von Ressort-Angestellten in traditioneller Kleidung mit Gitarre und Gesang empfangen. Nach dem Einchecken machte ich erst mal eine kleine Tour um die Insel, was allerdings wenn man sehr langsam läuft nur 10 min braucht :)
Weißer Strand, klares Wasser und ein guter Mix aus Wald und Palmen prägten das Bild der Beachcomber-Island. Ich war total begeistert! Alleine die Vorstellung auf einer so kleinen Insel zu sein, war total komisch aber irgendwie auch cool. Rechts und Links nur Wasser - diese unendliche Weite am Horizont, ab und zu von einer Nachbar-Insel unterbrochen, war überwältigend.

Als nächstes musste natürlich getestet werden, wie es ist in der Bucht dieser Trauminsel zu schwimmen. Ich hab mir von Hotel einen Schnorchel ausgeliehen und los gings. Für mich völlig überraschend musste man nur einige Meter weg von Strand und bekam schon viele bunte Fische zu Gesicht.  

Nach dem Mittagessen, was mir so nebenbei vorzüglich geschmeckt hat :), hat es dann angefangen so ziemlich zu winden. Dieser negative Aspekt, hatte wie ich so fand, 2 tolle Nebeneffekte: 1. Es war nicht mehr ganz so heiß und 2. Die Wellen waren der Wahnsinn und es hat einfach total Spaß gemacht und ich war solange im Wasser bis ich so viel Salzwasser verschluckt hatte und einfach gar nichts mehr ging. ;)

Gegen Abend hatte sich das Wetter wieder beruhigt und das Abendprogramm konnte beginnen. Eine Feuershow, eine Tanzshow, ein Limbo-Wettberweg (ich bin in der 3. letzten Runde ausgeschieden :P) und eine Live-Band brachten Schwung in die Hütte und der Satz "Dort trifft sich die Jugend der Welt zum feiern" wurde mehr und mehr Realität. 
Wir haben Backpacker und Reisende aus viiiiieeeelen verschiedenen Ländern kennen gelernt und jeder hatte so viele spannende Geschichten zu erzählen. Spätestens jetzt hat mich das absolute Reisefieber gepackt und ich möchte am liebsten jeden Fleck dieser Erde selber erkunden :)  Alle waren total nett, gut gelaunt und in Feier-Laune. Als dann die Musik aufgedreht wurde (so mitten in der Südsee gibts ja auch keine Nachbarn die sich über Ruhestörung beschweren ;) ), die Disko-Lichter angingen und wir die Tanzfläche eroberten hatte man das Gefühl mit Leuten zu feiern, die man kennt - obwohl das Kennenlernen keine 5/6 Stunden her ist. Mit dem rauschen des Meeres im Ohr und dem weichen Sand unter den Füßen lässt sich übrigens wahnsinnige gut feiern :)

Da der Schlafsaal (20 Betten) nur ein Dach und keine Wände hat standen wir am nächsten Morgen eigentlich mit der Sonne auf und dem entsprechend kurz war die Nacht. Ein leckeres Frühstück-Buffet ließ uns aber über den wenigen Schlaf hinwegsehen und danach genossen wir eh wieder die Sonne und das Meer am Strand. Nachmittags meldete ich mich dann für eine Schnorchel-Tour an und um 14 Uhr gings mit einem kleinen Boot so circa. 10 min auf offene Meer raus. Unser "Guide" sagte mit einem Lächeln auf den Lippen dann einfach "Schnorchler bitte aussteigen" und wir ließen uns rückwärts ins Wasser fallen. Brille auf, Schnorchel rein und Kopf unter Wasser - dann bot sich uns ein Bild was ich so schnell nicht vergessen werde. Ein riesiges Riff, das einen großen Spalt in der Mitte hatte, war die Heimat für viele viele bunte Fische. Das ganze war kein Vergleich zum "Strand-Schnorcheln" vom Vortag. Den Gedanken, dass ich hier  irgendwo im offenen Meer schwimme, habe ich versucht so gut es geht zu verdrängen ...aber es war schon so ein bisschen unheimlich aber wirklich einmalig. Seesterne, Clownfische und "Zebra-Fische" und vieles mehr - WOW :)

Nach einer kleinen Verschnauffpause an Land ging es dann Nachmittags wieder aufs Boot, das uns zurück zum Hafen bringen sollte. Der Blick zurück auf unsere kleine Traum-Insel bei Sonnenuntergang war wunderschön und unbeschreiblich, wie eigentlich das ganze Wochenende. Also seht am besten selbst (und ihr dürft ruhig ein kleines bisschen neidisch sein) :

Auf dem Boot

Nathalie & Steffi 

Goodbye Beachcomber-Island - es war unbeschreiblich schön :)

 

Ich wünsch euch alles Liebe und hoffe, dass es euch gut geht :) 10000 Grüße über den großen Teich,

eure Steffi

 

Meine 4. Woche auf Fiji

- Ab jetzt bin ich ein Surfer-Girl :) -

Mittlerweile haben wir schon August und die „Wintermonate“ (hier ist von der Jahreszeit her gerade Winter) neigen sich auch in Fiji so langsam dem Ende zu. Dass heißt es ist nicht mehr lange bis die Schulferien vor der Tür stehen. Bevor dann am 22.08 die 2 Wochen „Winterferien“ starten müssen meine Schüler in den Examen, die diese Woche anstehen, erst noch zeigen, was sie in diesem „Term“ (Abschnitt des Schuljahres) gelernt haben.

Dienstag, Mittwoch & Donnerstag waren also Examen-Tage. Wer jetzt denkt, dass jeden Tag ein Examen geschrieben wird, der täuscht sich gewaltig.

Es beginnt am Morgen so, dass alle Schüler „gesammelt“ auf Toilette geschickt werden, weil zwischen durch darf KEINER raus. Dann setzten sich die Kinder an einzelne Tische und bekommen ihr erstes Blatt, z.B. Mathe.
Wer fertig ist, gibt es ab und bekommt das nächste Aufgabenblatt, zum Beispiel English und so weiter und so weiter. Jeder arbeitet also Fach für Fach nacheinander ab und eine wirkliche Zeitvorgabe gibt es eigentlich nicht. Irgendwann, wobei ich denke, dass das nach Lust und Laune der Lehrerin war, sammelt sie alle „Mathe-Examen“ ein und dann müssen die Schüler abgeben ...wobei es sich eh nur noch um 1 oder 2 „sehr langsame“ Schüler handelt, die auch nach 2 Stunden noch ein leeres Blatt vor sich liegen hatten. Manche Schüler schreiben dann an einem Tag 5 Examen, andere nur 2. Dafür gab es auch welche, die dienstags und mittwochs alle geschafft hatten und donnerstags dann frei hatten ... in Deutschland irgendwie unvorstellbar...

Es gibt 2 Pausen, die eine ist um 10.30 Uhr (= à la große Pause) und eine „Lunch“-Pause (Mittagessen) um 12 Uhr.  Ansonsten wird gnadenlos durchgeschrieben von 8 Uhr bis um 15 Uhr. Meine Aufgabe war Fragen zu beantworten und aufmerksam durch die Tischreihen zu schlendern. Dabei habe ich mich oft dabei erwischt, wie ich aus Interesse den schreibenden Schülern über die Schulter geschaut habe – OH MEIN GOTT, jetzt tue ich genau das, was ich als Schüler wie die Pest gehasst habe ... HILFE !!! Die Schüler hier haben genauso reagiert, wie ich es auch tat: Hände, Arme und Mäppchen so auf dem Blatt verteilen, dass der Lehrer möglichst nichts sieht, bzw. so lange „angestrengt nachdenken“ und ja nichts schreiben, bis der Lehrer „gelangweilt“ weiterzieht.

..schlimm, schlimm :)

Von daher war meine Woche schulisch gesehen, sehr unspektakulär und genau deshalb hab ich mir gedacht, dass ich mir mal ein verlängertes Wochenende gönnen kann. Zu 4. machten wir uns am Freitag morgen um 8 Uhr auf den Weg nach Suva, die Hauptstadt Fijis. Uns stand eine 4 stündige Busfahrt bevor und da wir ja draußen über 25°C haben, tut so ein bisschen Klimaanlage im Bus ja ganz gut, meint ihr nicht? Nur mit dem dossieren haben die es hier nicht so drauf ... Gefühlte -10 °C und realistische +10° C liesen uns auch unter Jacken, Decken und Handtüchern zittern. Wenn man bedenkt, dass dazu am bordeigenen Fernseh nach ein Kinofilm in Lautstärke eines startenden Düsenjets läuft, könnt ihr euch vorstellen, wie „angenhem“ diese Fahrt war. Zitternd und taub kamen wir dann aber umso glücklicher in Suva an und nach dem Einchecken in unser Hostel erkundeten wir die Stadt, bummelten über den Mark, gingen bisschen shoppen und schauten uns auch ein großes Shoppingcenter von innen an. Es hatte den totalen Breuni-Touch und ich war total verwirrt, als wir danach wieder nach draußen auf die lärmige, schmutzige und viel bevölkerte Straße traten.

Abends haben wir uns hübsch gemacht und ab gings in einen Club mitten in der Stadt. 

Steffi, Marina, Katrin & Nathalie

Unter vielen Einheimischen tanzten wir 4 Mädels bis spät in die Nacht, wobei die Wochenendplanung auf diese späte „Zu-Bett-geh-Zeit“ keine Rücksicht nahm. Denn um 6 Uhr 30 fuhr der Bus, der uns zu unserer 2. Station, dem Beachhouse direkt an der Coral Cost, bringen sollte. 

 

Nach einem kleinen Frühstück bei Mc Donalds (und ja Vicko – hör jetzt auf zu lachen, ich war beim MC :P ) stiegen wir in den Bus, der leider schon voll war – aber was spricht denn dagegen die 1 ½ stündige Fahrt auf dem Boden zu sitzen ?! Für einen Fijianer nichts und deswegen ab „on the Floor“ :P ..

Im Beachhouse angekommen war die Müdigkeit und die „leicht unbequeme“ Fahrt schon vergessen, denn es bot sich ein unglaubliches Bild. Weißer Strand, klares Wasser, Palmen, Hängematte, Pool, Schaukel und und und .... man könnte meinen irgendwann gewöhnt man sich an diesen Anblick, aber mich hauts jedes Mal aufs Neue um, wenn ich so etwas schönes zu Gesicht bekomme.

Marina & Ich

 

Zu unserer 4 Gruppe, kamen noch 3 weitere Volunteers dazu und wir hatten einen 6-Bett-Schlafsaal gemietet. 7 Mädels, 6 Betten und ein Schlafsaal – was darf da zu unserem Glück natürlich nicht fehlen? GENAU – Kakalaken und sonstige Insekten. Die ein oder andere Kakalake, den einen oder anderen RIESEN-Nachtfalter in Jackies Haaren und den ein oder anderen Schreikrampf später, hatten wir uns alle damit einigermaßen „arrangiert“ :)

Ansonsten stand dieses Wochenende ganz im Sinne der Fitness:)  Eine 4-stündige Wasserfall-Tour, ein Ausflug auf dem Rücken eines Pferdes an der Küste entlang und eine 2 ½ stündige Surf-Anfängerstunde (ich stand auf dem Board :) & es hat überraschend gut geklappt - also ab jetzt bin ich euer Surfer-Girl :D) standen auf dem Programm. Jedes war für sich einzigartig und die Mischung machte alles PERFEKT.

Surfer-Girls :)

- Steffi, Justin (Surflehrer), Marina -

 

Zur Enstpannung gönnte ich mir noch eine fijianische Massage und so gings dann gestärkt weiter zur dritten Station unserer Reise. Nach dem die 3 Dazugestoßenen uns wieder verlassen hatten, machte sich die 4-er Stammkombi aus Nathalie, Katrin, Marina & Steffi auf zum Namuka Bay Resort.

Irgendwo im Nirgendwo triffts eigentlich perfekt! Wie waren die einzigen Gäste in diesem Ressort und bekamen dann aus „repräsetaiven Gründen“, wie es der Chef nannte, nicht den Mehrbett-Schlafsaal, den wir eigentlich gebucht hatten. Sondern wir durften (ohne Aufpreis!!) in einem Bungalow direkt am Strand schlafen.
Fängt schon mal gut an, ge? Als wir dann auch noch das leckere Essen verputzt hatten (..und ja meine lieben Freunde, ich habe es natürlich fotographiert :P) fing der entspannte Teil unseres Trips an.

In dieser Nacht saß ich mit Marina bis um 1e nachts in Decken gekuschelt vor unserem Bungalow (mit Blick aufs Meer ) und ich habe den schönsten Sternenhimmel meines Lebens gesehen.
Da fotografieren einen solchen Moment zerstört und es eh nie so rüberkommt, versuche ich es euch einfach zu beschreiben: Ein schwarzer Himmel, der mit weiß leuchtenden Sternen überseht ist. Da man aufs weite Meer hinausschaut, „versanken“ die Sterne am Horizont sozusagen wieder im Meer. Wenn man den Kopf ganz weit in den Nacken lehnte erkannte man sogar richtig diese „Kuppel-Form“ ... wahrscheinlich klingt das für euch gar nicht so besonders. Aber es war einmalig! Dazu kamen dann auch noch einige Sternschnuppen, die ich zu Gesicht bekam und ich habe mir natürlich immer fleißig was gewünscht ..aber psst :)

Erwähnenswert finde ich auch noch, dass der Mond hier anders ab- bzw zunimmt wie bei uns. Nämlich nicht nach rechts bzw links – also sichelförmig – sondern nach oben bzw. unten. Also ich bekam einen Mond mit der Form einen Salatschüssel zu sehen – total komisch. Es sind kleinste Kleinigkeiten, aber sie bringen mich zum Stauenen...

Unser Ausblick

 

Als mich am nächsten morgen das Rauschen des Meeres weckte und ich mit Blick aufs klare blaue Wasser aufwachte, wusste ich der Tag kann nur perfekt werden.

Nach dem Frühstück (ja, auch das habe ich fotografiert ;)) wurden wir von einem Mitarbeiter zu einen Tropfsteinhöhle geführt und liefen dann direkt am Strand zurück. Da es am Morgen noch etwas bewölkt war (was sich im Laufe des vormittags dann aber schnell änderte und die Sonne sich dann von ihrer schönsten Seite zeigte) hatte es so den Stil von einem „Nordsee-Spaziergang“ nur in bisschen wärmer :)

 

Ich las, spazierte am Strand entlang und chillte einfach nur auf der Wiese bzw. am Strand in der Sonne. Ich beobachte auch eine Zeitlang einfach alle Tiere, die dort lebten und frei rumliefen. Hunde, Pferde, Kühe und vor allem Ziegen & Ziegenbabys leben auf diesen traumhaften Stückchen Land. Darunter auch Jackson, eine Baby-Ziege (2 ½ Wochen alt), der sozusagen Vollwaise ist und mit der Flasche aufgezogen wird.

Wir gaben ihm das Fläschchen, tollten mit ihm über die Wiese und ich glaube, ich war noch nie an so einem ruhigen und friedlichen Stück Erde...es ist wie eine andere Welt!

Jackson & Ich

 

Eine Welt, in der ich nicht immer leben wollte, aber eine Welt, die einen Mal richtig entspannen lässt, den Kopf frei macht und einem verdeutlicht wie gut es einem doch gerade geht.
Ich bin froh sie für 1 ½ Tage erleben zu dürfen und als es Montag abend dann zurück nach Hause, zurück in die Zivilisation, ging, fühlte ich mich „frisch aufgetankt“ für die neue Woche! 
Unser Trip „down the Coral Cost“, also die Südküste entlang, war ein voller Erfolg und einfach mal wieder wunderschööön.
Ich weiß nicht, wie viele wunderschöne Plätze, dieses Land noch besitzt ...aber ich freue mich darauf, noch den ein oder anderen zu erforschen :)

 

Ich würde euch das so gerne immer zeigen beziehungsweise miterleben lassen, aber das geht ja schlecht. Deswegen hoffe ich, dass ihr an meinem neuen Blogeintrag sehen konntet, was ich hier so treibe und ich hoffe mir gelingt es das Feeling so ein bisschen zu vermitteln...

Fühlt euch geknuddelt, lasst es euch gut gehen und bleibt gesund :)

alles Liebe

eure Steffi 

Ps.: Als Abschluss muss ich euch noch "Big Mama" vorstellen. Sie war unser putziges Haustier im Bungalow von Namuka Bay ... seht selbst :)

 

Bericht der 5. Woche & Anfang der 6. Woche

 

„Are you ready to die?“

 

 

Ich weiß die Abstände, in denen meine Berichte online kommen, werden immer ein kleines Stückchen länger ... es tut mir leid! Aber seht es so, dafür bekommt ihr jetzt gleich die News von eineinhalb Wochen anstatt nur von einer Woche – hat doch auch was, oder? ;)

Mit was fang ich am Besten an? Belassen wir es bei der chronologischen Reihenfolge: Alles in Allem haben wir diese Woche für unsere Verhältnisse echt ruhig angehen lassen. Stadt-Bummel, Spaghetti essen (leckerschmecker ;) ) & Strand ließen uns von dem teilweise echt stressigen und vor allem Nerv tötenden Schulalltag erholen.

Obwohl bei mir der Spaß und die Freude an der Arbeit mit den Kindern immer noch um Meilen überwiegt, musste ich mit der Zeit auch lernen Enttäuschungen wegzustecken. Zum Beispiel wollte ich den Unterricht einmal etwas abwechslungsreicher gestalten und habe mir für Mathe Kopfrechenspiele usw. überlegt. 

 

Voll motiviert und begeistert von meinem eigenen Engagement :P war ich total gespannt, wie die Schüler es den so aufnehmen würden...ja, aber das war mal der totale Schuss in den Ofen!

Nichts funktionierte – keiner hörte zu, keiner hielt sich an die Regeln und allgemein gesagt konnten sie mit der „Freiheit“, die einem bei dieser „lockereren“ Form des Unterrichtens gegeben wird, nicht umgehen. Mir wurde immer mehr bewusst, dass diese Kinder nie gelernt hatten, sich an Regeln zu halten, „Fair Play“ ist ein Fremdwort für sie und meinen Einsatz wussten sie leider auch nicht zu schätzen (für 7-9 jährige Kinder vielleicht auch wirklich ein bisschen viel verlangt!?!).
Nach einigen Versuchen, der zehnten Vereinfachung der Regel und 20 Ermahnungen meinerseits, habe ich mich geschlagen gegeben und bin dann unzufrieden zu der, für mich so eintönigen, Frontalunterrichtsform zurückgekehrt.
Anstatt Rechenspiele und Gruppenarbeiten stand dann halt wieder stures Rechnen an der Tafel oder Abschreiben an. Ich habe es immer und immer wieder probiert und teilweise klappt es dann auch ein bisschen aber nie so wie ursprünglich gedacht ...

Ich muss teilweise auch einfach einsehen, dass ich in knapp 2 Monaten hier nicht die „Welt“ bzw. die Schule verändern kann – aber trotzdem denke/hoffe ich, dass ich kleine Denkanstöße geben konnte und den Kinder das ein oder andere Lächeln auf die Lippen zaubern konnte.
Eigentlich ist das ein Fazit, nach 6 Wochen unterrichten, mit dem ich gut leben kann und da traf es sich ja ganz gut das heute (Dienstag der 16.08) der letzte Schultag vor den Winterferien war. Dass heißt es ist gleichzeitig mein LETZTER Arbeitstag.
Die Kinder haben für mich gesungen, gebetet und einige hatten Kekse dabei und so kam zur Lunch-Zeit dann auch eine richtige Abschiedsstimmung auf. Alle haben sich bedankt und auch Ms. Cambebula richtete ein paar nette Worte an mich.

Ja das wars dann schon mit dem Abenteuer „Teaching“ auf den Fiji-Inseln – 6 Wochen den Schulalltag mal von der anderen Seite des Klassenraums zu sehen war mir ein pures Vergnügen, aber es hat mir verdeutlicht, dass ich eigentlich kein Lehrer sein möchte. Zumindest nich für mein ganzen Leben!
Es ist ein wunderschöner Beruf und die Dankbarkeit, Freude & Arbeitswilligkeit die ich zu spüren bekam ist das schönste Geschenk aber es ist gleichzeig verdammt anstrengend und ermüdend. Für mich selbst habe ich festgestellt, dass ich wahrscheinlich zu wenig Geduld und zu hohe Ansprüche an meine Schüler hätte. Gleichzeitig will ich das meine Schüler mich mögen, aber auf der andererseits empfand ich mich selbst als „relativ streng“ ...ich wollte bei mir selbst kein Schüler sein ;) ich wäre nämlich einer von den, die denken dass IHR Fach das Einzige auf der Welt ist :D ....  so viel zu meiner Selbsteinschätzung :P – wer weiß wie realistisch die ist ?!

 

Auf jeden Fall war es eine wunderschöne Zeit und ich versuche jeden Moment so gut es geht in Erinnerung zu behalten und die Erfahrungen werden mich bestimmt (nicht nur bei meiner Berufswahl) prägen.

Jetzt denkt ihr euch, „was macht sie denn noch die restlichen 2 Wochen??“ Gaubt mir, da sind mir 100000 Möglichkeiten eingefallen.

Aber erst mal kurz zurück zu unserem Wochenende. Am Samstag stand wegen nicht so optimalen Wetter (etwas bewölkt) ein Tag im Navala-Village an. Dabei handelt es sich um das älteste Dorf auf Livi Vetu. Nach 3 Stunden Fahrt, davon ein Stunde Off-Road auf der Ladefläche eines Pick-Ups, waren wir nur Gott-froh angekommen zu sein.

Eine Frau führte uns durchs Dorf bevor es als Abschluss mal wieder eine traditionelle Kava-Zeremonie gab. Aber seht am Besten selbst:

Das ist in einer typischen Bure während der Kava-Zeremonie. Eine Familie besitzt normalerweise 2 Buren, eine als Schlafbure (in so einer sitzen wir auf diesem Bild) und eine als "Küche".

 

Und dann kommen wir jetzt auch schon zum absoluten Highlight meines bis jetzigen Fiji-Aufenthalt :D 

Ich habe es mir schon solange überlegt und hier hat einfach alles gepasst: Die Location, mein Feeling und auch der Preis :P (wichtige Bestandteil der Geschichte)

...wie soll ichs euch beschreiben? Ein Bild sagt mehr als 10000 Worte – also bitteschön:

Sky Dive Fiji

 

Aber jetzt ganz ruhig und von vorne: Ich wollte schon ewig einmal Fallschirm springen und vor allem nach unserer „Housrunning Aktion – der Megakick mit Panoramablick“ (Grüßle an Ino & Juli :D) hatte ich noch mehr das Verlangen mich aus einem Flugzeug zu stürzen...joa und so kams dann zu meinem Sprung-Date am Montag, den 15.08.2011

Nach einer kurzen Einweisung im Office gings dann auch schon zum Flughafen und ab in den Flieger. Im Flieger wurde ich, während ich einen wunderbaren Rundflug genoss, an meinem Sky Diver (der übrigens genauso war, wie ich mir einen Sky Diver vorstellte – witzig, schlagfertig, abenteuerlustig & trotzdem Sicherheit ausstrahlend) festgeschnallt.  
Als wir eine gewisse Höhe erreicht hatten, fragte der Pilot ob ich den „Schwindelfrei“ sei und als ich „joaa“ sagte – startete er einen Senkrechtflug nach oben und kippte dann binnen Sekunden das Flugzeug um 180° so dass wir dann mit der Schnauze nach unten senkrecht runter flogen. (= also eine umgedrehte „Normalparabel“ :P) Durch die Flugbahn entsteht für uns Passagiere im Flugzeug ein Schwerelosigkeitsgefühl, was man eigentlich nicht beschreiben kann.

Nach dem ersten Schock schwebte ich lachend für einige Sekunden durch die „Kabine“ des Miniflugzeugs, bevor man dann wieder auf den Boden plumpste :D Am liebsten hätte ich das den ganzen Mittag gemacht, denn als wir die Sprunghöhe von 12. 000 Feet erreicht hatten und ich einen Blick aus dem Fenster warf, hatte ich „komischerweise“ nicht das dringende Bedürfnis mich dem Erdboden entgegen zu stürzen.

Aber zu spät :D

 

Als der Pilot die Tür öffnete, habe ich mich selbst echt für äußerst beschränkt erklärt, weil geschweige von der Ar***kälte, sind 12.000 Feet echt hoch :D Festgegurtet an meinen Sky Diver (übrigens Neuseeländer) hatte ich aber keine Wahl, denn als er sind zur Türöffnung bewegte, wurde ich ungefragt mit gezogen....

Schwups da hingen meine Füße und meine Arme auch schon draußen – HUI da pfeifft ganz schön der Wind! Da mein Sky- Diver an der Türklappt saß und ich ja sozusagen mit meinem Rücken auf seinen Bauch gebunden war, hing ich schon komplett „frei“ über der Erde. Ich wagte einen Blick nach unten und als mein Fallschirmpringer mir dann nur ins Ohrflüsterte „Ready to die?“ und lachte war’s eh alles zu spät ...

Ich spürt nur einen kleinen Stoß von hinten und im nächsten Moment überschlugen sich meine Gefühlseindrücke und Wahrnehmunen .. POOOOOOAAARR – das kann man nich beschreiben, das MUSS man erleben. 

 

Es ist kein Gefühl des Freien Falls wie im Freizeitpark zum Beispiel  – es ist einfach ein totaler Kontrollverlust ... keine Ahnung wo oben und unten, vorne und hinten, Himmel und Erde ist. Der Wind pfeifft einem um den Körper und ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nie so frei gefühlt. Mein Kopf war total leer und ich hatte keine Sekunde Angst – es ist das reine Gefühl des Glücks! Richtungslos, Gedankenlos & Zeitlos – ein anderes Universum!

So zischten wir über 30 Sekunden im freien Fall der Erde entgegen. Ich sah die ganze Insel und die Südsee mit einigen kleinen Inseln von oben und da es an diesem Tag teilweise bewölkt war „flogen“ wir auch durch ein paar Wolken, was ein total witziges Gefühl ist.

„Frei wie ein Vogel“ : )

Irgendwann ging dann ein kleiner Ruck durch meinen Körper und ich sah den Fallschirm über uns aufgehen und so segelten wir nach einem kleinen Rundflug über der Südküste, währenddessen ich mein Glück noch gar nicht fassen konnte, dem Boden entgegen. 

 

Als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, war ich total benommen und stand vor lauter Glückseligkeit total neben mir ... wenn ich mir heute, einen Tag später noch dieses Video (hab Fotos+Viedo davon) anschaue, könnte ich anfangen zu weinen vorlauter Freude, Rührung oder keine Ahnung warum... Sky Dive Fiji war auf jeden Fall eine der besten Ideen, die ich hier hatte. Ein unvergesslicher Moment! 

 

..und ich bin mir sicher, es wird in meinem Leben nicht mein letzter Fallschirmsprung gewesen sein :P ...tut mir Leid, Mami & Papi : )

Morgen geht’s mit Nathalie los auf die Yasawas (eine Insel-Gruppe nördlich von hier), weil ich hab ja jetzt sozusagen „Ferien“ ;) Samstag Abend sind wir dann hoffentlich mit vielen tollen Eindrücken und tollen Fotos und Geschichten wieder daheim.

Alles Liebe und abenteuerlustige Grüße, 

eure Steffi <3

16.08.2011

Ps.: Happy Birthday Marina <3 Alles Gute zum 20. Geburtstag :)
(das blonde Mädel in Weiß)

 

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